Judith allein am Flughafen

Nach nicht allzu viel Schlaf geht die echte Reise los. Mit Sack und Pack verlassen jede neue Stunde einige Teenager das Hotel. Für die ersten, darunter auch ich, beginnt der Furcht einflößendste Teil: Wir allein am Flughafen! Dadadaadaa.:D
Um 3 Uhr morgens heißt es für mich Abschied nehmen von der Skyline des Big Apples. Nicht ganz alleine komme ich mit 4 anderen am Flughafen an, nachdem wir beinahe einen Herz Infakt bekommen haben, da unser Bus natürlich auf der Strecke bleibt. Nach 20 Minuten Herzrasen springt die Klapperkiste wieder an.
Am Flughafen angekommen muss ich natürlich umpacken und etwas Gewicht in mein Handgepäck verbarrikadieren. Glücklicher weise ist mein Flug mit ein paar anderen Mädchen gebucht und wir finden alles direkt und einfach. Alles scheint gut bis..

„ATTENTION PLEASE. THE FLIGHT NUMBER (ICH HAB KEINE AHNUNG)..TO CHICAGO IS OVERBOOKED.“..AAAAARRRRGGHHH!!!

Keine von uns hat bisher einen Platz im Flugzeug und der Flieger geht in 25 Minuten. Wenn wir diesen Flug verpassen müssen wir eine Nacht in Chicago verbringen, denn unsere Anschlussflüge sind diese kleinen Blechdüchsen, die nur einmal am Tag fliegen. Ich hoffe wir überleben das.
Nur Haarscharf bekommen wir noch einen Platz in dem kleinen, nicht wirklich Vertrauens-erweckendem Flugzeug. Ich habe sogar einen Fensterplatz und sitze neben einem Mädchen, das ein Jahr in Texas verbringen wird und aus Schweden kommt.
Als endlich auch der Rest der Ayusa-Truppe Platz im Flieger findet kann ich endlich entspannen. Keiner von uns muss eine Nacht in Chicago verbringen. Einatmen, ausatmen. Puh! Das war knapp.

In Chicago angekommen werden wir erstmal schock-gefrostet. Ich habe keinen blassen Schimmer was die Amerikaner mit Temperaturen gefühlt wie -758°C erreichen wollen. Nach einigem Hin und Her und etlichen Leuten, die uns den Weg erklärt haben und einer Fahrt mit dem Flughafen-Train kommen Pauline und ich zu dem Punkt, wo es für uns beide vollkommen allein weitergeht. Komisch sich nach 3 Tagen kennen lernen schon wieder auf Wiedersehn sagen zu müssen..
Und nun sitze ich in Chicago. Und halte Ausschau nach Fernando, dem zweiten Austauschschüler meiner Gastfamilie, aus Spanien. Da mir gesagt wurde mein Flieger nach La Crosse, Wisconsin sei der einziger muss er ja irgendwo hier sein. Aber von den Leuten, die auch auf den Flug warten, ist keiner ein 15-Jähriger, braungebrannter, Spanisch-aussehender Junge..

Wie schon geahnt ist mein Anschlussflug nicht mehr als eine Butterbrotsdose. Mit gewaltigen 5 anderen (!!:D) hebe ich ab. Wisconsin von oben: grün.grün.grün. Nach nur 40 Minuten lande ich. Endlich. Ich bin so aufgeregt! Gleich in nur wenigen Minuten stehe ich meiner neuen Familie gegenüber.

Ein Gedanke zu „Judith allein am Flughafen

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